Wirtschaft
Bis Dezember 2002 beliefen sich allein die deutschen Direktinvestitionen in der Türkei insgesamt auf rund 4,3 Mrd. US Dollar. 2005 schnellten sie hoch auf 9,7 Milliarden. Seit 2003 gibt es keine nennenswerten Beschränkungen für ausländische Investoren mehr.
Es wird erwartet, dass der jährliche Energiebedarf, der 2005 bei 160 Mrd. kWh lag, bis 2010 auf 242 Mrd. kWh, bis 2015 auf 356 Mrd. kWh und bis 2020 auf 499.5 Mrd. kWh steigen wird. An diesen Zahlen lässt sich ablesen, dass der Bedarf an Elektroenergie in der Türkei alle fünf Jahre um 50 Prozent wächst.
Der wichtigste Industriesektor der Türkei ist die Textilindustrie. Diese stellt auch den größten Anteil bei den Ausfuhren. Da die Türkei einer der größten Baumwollhersteller (Platz 6) der Welt ist, wird diese Stellung arg begünstigt. Die Textilindustrie geht dazu über, Markenware n zu produzieren und somit eigene Werte zu schaffen und um nicht mit chinesischen Billigprodukten konkurrieren zu müssen.
Die Nahrungsmittelindustrie ist eher in Westanatolien angesiedelt und konzentriert sich auf Zucker, Tee, Tabak und alkoholische Getränke. Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch die Automobilindustrie. So lassen Unternehmen wie MAN und DaimlerChrysler Busse in der Türkei bauen. In diesem Bereich sind viele fortschrittlichen Entwicklungen zu beobachten.
Weitere Industriezweige sind z.B. die verschiedenen Kohl- und Chromerzförderungen der Türkei. Gefördert werden Braun- und Steinkohle, Eisen-, Kupfer-, Zink-, Blei- und Silbererz. Im Süden des Landes gibt es auch geringe Erdölvorkommen. Große Bedeutung hat Bor, was weltweit am häufigsten in der Türkei vorkommt.
Schon jetzt ist die Türkei ein äußerst wichtiger Handelspartner für die EU und für Deutschland. Sie hat eine wichtige Bedeutung auch ohne Vollmitgliedschaft bereits erreicht. Deutsche Exporte in die Türkei nehmen zu. Deutsche Direktinvestoren engagieren sich gerne in dieser jungen, aufstrebenden Republik, da die wirtschaftlichen Perspektiven viel versprechend sind. Die Türkei ist das Rückgrat der Region und ihre Stabilität fördert auch den Wohlstand mehr als nur der angrenzenden Länder. So hat die Türkei inzwischen beträchtliches Know-how und baut die Infrastruktur anderer Länder mit auf. Z.B. haben türkische Firmen in Georgien einen modernen Flughafen gebaut, zu dessen Eröffnung der türkische, der georgische und der aserbaidschanische Ministerpräsident persönlich anwesend waren.
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Türkei, der zum Wohlstand und zum Aufschwung beiträgt. Die größte Urlauberanzahl strömt aus Deutschland in die Türkei. Es folgen die Russen und Briten. Bekannte touristische Ziele sind Antalya, Kap Anamur, Ägäis-Küste oder die türkische Riviera. Viele interkulturelle Begegnungen finden statt und zahlreiche sonnenhungrige auch aus Russland und der Ukraine haben dort gerne einen Zweitwohnsitz. Auch für Europäer ist der Erwerb eines Zweitwohnsitzes in der Türkei noch relativ günstig und sehr beliebt.
Neue Märkte
Mitteleuropa, Osteuropa und Asien waren im vergangenen Zeitraum die Regionen mit den höchsten Zuwächsen bei Handel und Investitionen. Während in Westeuropa und den USA eine gewisse Stagnation und Sättigung zu beobachten sind, verzeichnen Länder Mitteleuropas, Osteuropas und Asien beeindruckende Steigerungsraten. Daher ist es ratsam für Unternehmer, sich als Exporteur, Investor oder Produzent zu engagieren. Die Türkei, die in vielerlei Hinsicht eine traditionelle Nähe zu Deutschland hat, ist eine nahe liegende Möglichkeit, wirtschaftlich-kultureller Entfaltung.
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